Der Schlossgarten Mikulov (dt. Nikolsburg)

Der Schlossgarten Mikulov (dt. Nikolsburg)

Reiche Geschichte des Schlossgartens Nikolsburg fängt mit der Tätigkeit von Franz Kardinal von Dietrichstein, Bischof von Olmütz an. Der Garten wurde im Jahre 1624 als Bestandteil seines Familiensitzes bei einem großartigen Umbau des Renaissance-Schlosses zum repräsentativen Sitz angelegt. Der Schloss thront auf dem Felsen, der von einer Seite von befestigter Stadt und von der anderen vom jüdischen Ghetto umgeben ist. Gerade bei einem Brand im Ghetto im Jahre 1719 wurde auch das Schloss davon betroffen. In den Jahren 1719-23 wurde das Schloss im Barock-Stil umgebaut und dabei wurde auch sein Garten für den Fürsten Walther Xaver von Dietrichstein neu gestaltet. An den östlichen Flügel des Schlosses wurde eine Terrasse angeschlossen, die auf mächtigen, 19 m hohen Arkaden ruhet. Auf dieser Terrasse wurde ein regelmäßiges Parterre mit reicher formaler Dekoration und einem Altan errichtet. Am Fuße der Terrasse befand sich damals eine über 80 m lange Orangerie, die zu ihrer Zeit für die Ernte an tropischen Früchten berühmt war. Der Garten und sein mächtiges Auftreten von der Zufahrtsstraße repräsentiert die Ansehnlichkeit des Eigentümers. Nach 1784, wann das Schloss wieder ausbrannte, wurde es nicht mehr regelmäßig bewohnt. Die Orangerie wurde abgerissen und es wurde eine stufenartige Stutzmauer gebaut. Im Jahre 1817 wurde der Garten in einen freien Park umgewandelt, der weite Aussichte in die Landschaft bot. Der gegenwärtige Garten auf dem felsigen Berg besteht aus einem ausgedehnten grasigen Parterre und einem Weg auf der Ringmauer des Schlosses.
Die neue Komposition nähert sich in ihrem Charakter einem italienischen Barock-Garten. Im Schloss wurde ein Lehrpfad durch die Seitenterrassen errichtet. Am westlichen Abhang des Schlosses im botanischen Garten und Rosarium wurden Beete mit ursprünglichen Gehölz- und Pflanzenarten angelegt. Besondere Erwähnung verdienen Kalksteinausstriche des Schlossbergs, wo stellenweise noch die ursprünglichen Gemeinschaften der felsigen Kalksteinsteppe erhalten werden. Unter die wertvollsten Arten gehören Felsen-Steinkraut (Aurinia saxatilis), Berg-Gamander (Teucrium montanum L.), Pannonischer Thymian (Thymus pannonicus) Weise Fetthenne (Sedum album), Hunds-Veilchen (Viola canina) und wärmeliebende Sträucher: Kornelkirsch (Cornus mas), Warzen-Spindelstrauch (Euonymus verrucosa) oder Feldulme (Ulmus minor). Auf vielen kleinen Terrassen des Schlossgeländes werden wärmeliebende Blumenrasen angelegt. Heutzutage blühen hier im Laufe des Jahres viele geschützte Pflanzenarten fast ohne Eingriff des Gärtners. Ein neues Kompositionselement im Schlossgarten bilden reiche Lavendelbeete, die auf dem Kalkstein unglaublich gut gedeihen. Die Wege im Schlossgelände säumen Beete mit Rosen, die ganz früh im Jahr und im Spätsommer blühen. Den Garten zieren auch Schwarzkiefern (Pinus nigra), die gerade aus Kalkfelsen des Schlossberges wachsen.
Ein Lehrpfad mit neun Informationstafeln führt die Besucher durch den Schlossgarten. Einzelne Pflanzen- und Gehölzarten im botanischen Garten, Rosarium und weiteren Teilen des Gartens werden beschildert. Die Fläche des Gartens (1,86 ha) ist nicht gerade groß, aber seine außerordentliche Lage auf dem letzten Berg der Pollauer Berge über dem südmährischen Tiefland mit Aussicht in Niederösterreich verleiht ihm eine einzigartige Position.

Kontaktdaten

Webseite:
http://www.rmm.cz/



Adresse

Stadt:
Mikulov
PLZ:
69201
Adresse:
Zámek 1