Der Schlosspark Vranov nad Dyjí (dt. Frain)

Der Schlosspark Vranov nad Dyjí (dt. Frain)

DER SCHLOSSGARTEN

Die ursprüngliche Gartengestaltung im Schloss wurde durch Mangel an Raum auf dem Felssporn und dem abfallenden Terrain unter mittelalterlichen Mauern beschränkt. Am südlichen Abhang, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, gab es Nutzbeete mit Spargel, Obstgehölzen und Weinrebe. Dieser Teil dient heute als Blumengarten für die Bevorratung im Schloss mit Sträuchern und reichem Sortiment an Sommerblumen und Stauden. Gleich hinter dem Eingang befinden sich einige Solitärbäume, z. B. Gleditschie. Merkwürdig ist auch ein alter Efeu im Graben, der zum nördlichen Häuschen klettert. Rasenflächen unter der Brücke im Innenbereich der Barbakane waren mit Obstbäumen bepflanzt, davon sind drei alte Nussbäume und ein Birnbaum erhalten. In diesem Teil wurde ein Ginkgo und eine Graf Althanns Reneklode nachgepflanzt. Auf dem Weg zur Kapelle findet man noch fünf Hainbuchen.
Der Ziergarten unter der Zugangsbrücke ist ein ausdrucksvoller Teil des Schlosses, der unter den Besuchern sehr beliebt ist. Er besteht aus drei abgestuften Terrassen. Zu den ältesten Gehölzen an dieser Stelle gehören Lorbeerkirschen, Pfeifenstrauch, Zierquitten und Weigelia. Ziersträucher sind mit Sommerblumen und Stauden ergänzt. Ein von Lavendel gesäumtes regelmäßiges Rosenbeet verleiht dem Garten die Förmlichkeit. Auf dem ersten Innenhof wurde in den 70er Jahren eine Silber-Linde gepflanzt. Unter dem Innenhof wächst ein geformter Apfelbaum und ein Hänge-Maulbeerbaum. Auf dem Ehrenhof sind zwei mehr als hundertjährige Eiben zu bewundern. Im gleichen Raum wuchsen früher zwei Solitärpappeln, die die Landschaft krönten. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie durch heutige Scheinzypressen ersetzt.
Auf der unzugänglichen südlichen Terrasse entstanden, anscheinend in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts, besondere Gärten. Ihre ursprüngliche Form ist jedoch unbekannt, es sind nur zwei Bilder mit späteren romantisierenden Ergänzungen erhalten.

Der Garten ist frei zugänglich.


DER WALDPARK

Bei der Landschaftsgestaltung im Schlossraum wird das aufregende Terrain des Nationalparks Thayatal in der Höhenlage von 330 bis 514 m ü. M. genutzt. Die alte Przemysliden Burg an der mährischen Grenze wurde schon in der mittelalterlichen Chronica Boemorum von Cosmas erwähnt. Auf der felsigen Anhöhe, wo sich die Burg befand, gab es keinen Platz für einen Garten, der dann durch verschiedene merkwürdige Raumgestaltungen gerade im Burgareal ersetzt wurde. Der Waldpark entstand allmählich vom 18. Jahrhundert an, als der Sohn von Maria Anna Pignatelli, General Michael Anton Althann, ein leidenschaftlicher Jäger, die hiesige Landschaft um große Gehege mit Herden von Hirschen und Jagdschlösschen bereicherte. Die entscheidenden Grundlagen für die Landschaftsgestaltung legte auch sein Neffe Althann Michael Josef. Er baute das Lustschlösschen im Waldgrund Braitava, legte den englischen Park auf dem Růžový vrch (dt. Rosenhügel) gegenüber dem Schloss mit Pavillons, Tempeln und Höhlen an. Er baute auch die Steinbrücke im heutigen Junácký-Tal, gestaltete die beiden Terrassen, errichtete das Haus der Philosophen und die Wirtschaftsgebäude gegenüber dem Schloss. Er konzentrierte sich auch auf umfangreiche und planmäßige Kultivierung von Wäldern. Seine landschaftliche Eingriffe waren also großzügig und gaben den Anstoß zu weiterer Tätigkeit seiner Nachfolger.
Die Landschaftsgestaltung führte dann Joseph Hilgartner, Ritter von Lilienborn weiter, dessen Vorstellungen spiegelten sich in fünf bestellten idealen Plänen der Waldparksgestaltung. Diese Pläne stammen aus den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Sie zeigen, dass auch die älteren Landschaftsgestaltungen, Aleen, Salettel, Wasserfälle, Teiche, sich unregelmäßig windende Wege, in die neue Konzeption aufgenommen wurden. Ein offensichtlich neues Element waren jedoch die geometrisch genauen, sternförmig verlaufenden Wege. Sein Anteil na der Landschaftsgestaltung war enorm. Er gründete das Ebergehege bei Čížov (dt. Zeisau), zwei neue Dörfer Lesná (dt. Liliendorf) und Šumná (dt. Schönwald), er ergänzte auch den englischen Park auf dem Růžový vrch und den Dianatempel, der später als Marienkapelle geweiht wurde.
Der folgende Besitzer Stanislaw, Graf von Mniszek, führte im 19. Jahrhundert nur einige kleinere Veränderungen durch, darunter z. B. den Umbau des Kutschenhauses und der Pferdeställe im Empirestil. Seine Nachkommen ergänzten die Landschaft durch kleinere Bauten im Geiste der ausklingenden Romantik. Seit Ende der 30er Jahre litt der Park unter der Ungepflegtheit und der verloren gegangenen Schaffenskraft, sein Anmut verschwand und als Ganze hörte er auf zu existieren. Dursichten, Schneisen und Wegachsen verschwanden, die Bauten verfielen und die Artenkomposition wurde von der Anfluggehölzen verdrängt. Seit der Gründung des Nationalparks Thayatal ändert sich diese Situation allmählich und der Park wird renoviert.

Kontaktdaten

Webseite:
http://www.zamek-vranov.cz/prirodni-prostredi/zamecka-zahrada/



Adresse

Stadt:
Vranov nad Dyjí
PLZ:
671 03
Adresse:
Zámecká 93